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Besonderheit

(05) Kommentar (Explizit) Sajal Ahmeds Gedicht

  Künstlerische Erklärung: Dieser Text ist kein Zufall, keine Entgleisung und kein Ausrutscher – er ist bewusst brutal. Die Sprache ist roh, direkt und absichtlich beleidigend, weil Kunst manchmal nicht streichelt, sondern schlägt. Wenn Sie Harmonie suchen, sind Sie hier falsch. Dieser Inhalt richtet sich an Leser, die verstehen, dass literarische Provokation kein Angriff, sondern ein Spiegel ist. Die verwendeten Worte sind nicht zur Verherrlichung von Gewalt oder Hass, sondern als stilistisches Mittel gedacht. Die Verantwortung für Interpretation liegt beim Leser. Wer Kunst nur akzeptiert, wenn sie brav ist, soll jetzt aufhören zu lesen. Nicht geeignet für Minderjährige oder empfindsame Personen. Der Autor behält sich das Recht auf radikale Ausdrucksweise gemäß künstlerischer Freiheit (Art. 5 GG) vor und distanziert sich gleichzeitig von jeder direkten persönlichen Beleidigung realer Menschen oder Gruppen.  „Dieser Text will nicht gefallen. Er will wirken.“ Weiterlesen bedeut...

(15) „Proletariat“ Ein Gedicht von Sajal Ahmed

Proletariat  Ein Gedicht von Sajal Ahmed


1.

Ich gehe los, um meinem Vater eine Brille zu kaufen,

da höre ich: Im Laden wurden alle günstigen Brillen gestohlen!

Wer auch immer sie geklaut hat –

es wird keine Anzeige geben, keine Polizei.

Keine Pressekonferenz,

kein Treffen, keine Demo.

Kein Facebook-Status, kein Event, keine Gruppe als Protest.

Keine Regierungsmaßnahme, um die Diebe zu finden.



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2.

Auf dieser Welt gibt es zwei Arten von Diebstahl:

den legitimen Diebstahl

und den illegalen.

Den legitimen begeht das Proletariat –

um seinen Anteil vom angesammelten Besitz der Elite zu nehmen.

Den anderen,

den mit Geld erkauften,

begehen die Eliten.

Die Eliten haben die günstigen Brillen aus allen Märkten gestohlen

– aus Gier nach höherem Profit.

Ich stehe da, will eine Brille kaufen,

und denke an meinen Vater.

Seit seine alte Brille verschwunden ist,

kann er die Zeitung nicht mehr lesen.



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3.

Mein Vater muss jeden Tag die politische Seite lesen!

Danach wird er zum Intellektuellen

und bringt mir bei,

wie man überlebt im politischen Spielfeld von heute.

Wie man ein Foul macht, um trotzdem ein Tor zu erzielen.

Seit ein paar Tagen kann mein Vater mir nichts mehr lehren –

weil seine Brille verschwunden ist.



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4.

Ich hatte Mitleid

mit meinem politisch klugen,

hausgezähmten Intellektuellen-Vater –

und deshalb ging ich los, um ihm eine neue Brille zu kaufen.

Doch im Laden sehe ich:

Die Brille meines Vaters wurde gestohlen!

Die Elite hat sie geklaut.

Jetzt verspüre ich den Wunsch,

alles Geld, alle Autos, Häuser und Besitztümer der Elite

zu zerkauen

und zu verschlingen!


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