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Besonderheit

(05) Kommentar (Explizit) Sajal Ahmeds Gedicht

  Künstlerische Erklärung: Dieser Text ist kein Zufall, keine Entgleisung und kein Ausrutscher – er ist bewusst brutal. Die Sprache ist roh, direkt und absichtlich beleidigend, weil Kunst manchmal nicht streichelt, sondern schlägt. Wenn Sie Harmonie suchen, sind Sie hier falsch. Dieser Inhalt richtet sich an Leser, die verstehen, dass literarische Provokation kein Angriff, sondern ein Spiegel ist. Die verwendeten Worte sind nicht zur Verherrlichung von Gewalt oder Hass, sondern als stilistisches Mittel gedacht. Die Verantwortung für Interpretation liegt beim Leser. Wer Kunst nur akzeptiert, wenn sie brav ist, soll jetzt aufhören zu lesen. Nicht geeignet für Minderjährige oder empfindsame Personen. Der Autor behält sich das Recht auf radikale Ausdrucksweise gemäß künstlerischer Freiheit (Art. 5 GG) vor und distanziert sich gleichzeitig von jeder direkten persönlichen Beleidigung realer Menschen oder Gruppen.  „Dieser Text will nicht gefallen. Er will wirken.“ Weiterlesen bedeut...

(28) Die Knochen des Vaters — Sajal Ahmed

Die Knochen des Vaters Von  Sajal Ahmed

1. 

Dreißig Jahre später gruben Sie das Grab Ihres verstorbenen Vaters aus.

Sie fanden sein weißes Leichentuch und die fleischlosen Knochen.

Der Schädel lag abseits.

Ihr Vater hinterließ Ihnen kein Eigentum.

Sie waren verbittert; wollten seine Leiche zerbeißen.


Doch der Körper hatte kein Fleisch – nur urzeitliche Knochen.

Sie, voller Rache, hoben eine Rippe hoch.

Sollten Sie hineinbeißen?

Nein! Immerhin ist er Vater.

Dann dachten Sie: Doch, Sie sollten beißen! Alles ist gerechtfertigt.


Da er Ihnen nur das Leben gab,

dürfen Sie auch seine Knochen essen.

Sie bissen zu.

Sie zerknackten die Rippen.

Sie kauten alle Knochen von den Füßen bis zum Hals.


2. 


Jetzt war der Schädel dran.

Zwei Augenhöhlen.

Sie glaubten, Wasser tropft heraus.

Sie spürten plötzlich Mitleid.

Sie dachten an Ihre Kinder:

Auch sie würden nichts erben.

Sie würden ihnen ebenfalls nichts hinterlassen.

Wut und Schmerz kochten in Ihnen.


Sie fluchten Ihrem Vater

und bissen härter.

Neben dem Grab lagen die verstreuten Knochen Ihres Großvaters.

Wer hat sie gekaut?


Ein Albtraum stieg auf:

Ihre Kinder werden auch nichts erben.

Sie kauten weiter die Knochen Ihres Vaters.

Nein – Sie kauten Ihre Zukunft.

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