Direkt zum Hauptbereich

Besonderheit

(05) Kommentar (Explizit) Sajal Ahmeds Gedicht

  Künstlerische Erklärung: Dieser Text ist kein Zufall, keine Entgleisung und kein Ausrutscher – er ist bewusst brutal. Die Sprache ist roh, direkt und absichtlich beleidigend, weil Kunst manchmal nicht streichelt, sondern schlägt. Wenn Sie Harmonie suchen, sind Sie hier falsch. Dieser Inhalt richtet sich an Leser, die verstehen, dass literarische Provokation kein Angriff, sondern ein Spiegel ist. Die verwendeten Worte sind nicht zur Verherrlichung von Gewalt oder Hass, sondern als stilistisches Mittel gedacht. Die Verantwortung für Interpretation liegt beim Leser. Wer Kunst nur akzeptiert, wenn sie brav ist, soll jetzt aufhören zu lesen. Nicht geeignet für Minderjährige oder empfindsame Personen. Der Autor behält sich das Recht auf radikale Ausdrucksweise gemäß künstlerischer Freiheit (Art. 5 GG) vor und distanziert sich gleichzeitig von jeder direkten persönlichen Beleidigung realer Menschen oder Gruppen.  „Dieser Text will nicht gefallen. Er will wirken.“ Weiterlesen bedeut...

Rumi


20/07/18

Ein Bein von mir im Himmel,

das andere auf der Erde.

Jetzt denke ich, ich sei großartig,

niemand sei so gewaltig wie ich.

Selbst der Himmel neigt sich vor mir.


Dann sprang ich, um in den zweiten Himmel aufzusteigen,

und fand mich wieder

in einer Versammlung der Selbstwahl.

Tatsächlich erzählte dort der große Pir

den Engeln des höchsten Thrones

seine eigene Geschichte

aus einem Buch über Rumi.

Bei Rumis Kühnheit bebte sogar Jilani selbst!


In der Welt des Schöpfers

gibt es Dichter, noch frecher als Sajal—

das hatten sie vor dem Lesen Rumis

nicht einmal gedacht!


Bei Rumis Kühnheit begannen alle Engel zu schreien,

Angst erfüllte ihre Herzen—

was, wenn durch die Rezitation eines frechen Dichters

der Zorn des Herrn herabkommt?


Doch zitternd begann der alte Jilani,

seine Sünden aus Rumis Feder vorzulesen—


„Ich beginne im Namen Allahs,

über meinem Verstand steht Allah.

Ich wanderte viele Wege, bis an das Meer,

dort sah ich eine alte Frau, die weinte und rang nach Luft.


Ich sagte: Alte Frau, warum weinst du?

Welcher Schmerz sammelt sich in deinem Herzen?

Erzähle es heute Jilani—

wenn Jilani seine Hände vor Allah erhebt,

wird der Herr sie niemals leer zurückweisen,

der Meister wird keine Ausreden zeigen.


Die Alte sagte weinend:

‚Mein Sohn und meine Schwiegertochter—

ihr Boot ist im Meer versunken!

Sie sind längst gestorben,

ihre Körper wurden von Meereswürmern gefressen!

Und doch weine ich seit achtzehn Jahren ohne Pause,

wartend, ob mein Kind vielleicht zurückkehrt!

In letzter Zeit scheint die Gnade Gottes geringer—

darum kehrt mein Sohn nicht zurück!‘


Ich lächle, das Wasser lächelt,

Vögel lachen, die Bäume lachen—

dann erhebe ich lächelnd beide Hände

zum Herrn.


O Besitzer des mächtigen Thrones!

Ich rufe dich—hörst du mich nicht?

Gib dieser alten Frau ihr Kind zurück!


Ich rezitiere Gottes Worte,

doch Er bleibt still.


Dann setzte ich mich in Meditation—

sehe keine Vögel,

öffne meine Augen nicht,

esse nichts,

höre niemanden,

verrichte kein Gebet,

kein Ruf zum Gebet erklingt,

keine Nacht, kein Tag—

nicht einmal ein Geruch erreicht mich.


Dann sprach Gott:

‚Jilani, was ist das für ein Wahnsinn?‘


Ich sagte:

Wirst du mir kein Wort geben?

Ist es so schwer für dich,

den zurückzubringen, der vor achtzehn Jahren verloren ging?


Gott sprach:

‚O Jilani, du Narr!

Warum stellst du kindische Forderungen?

Wenn jemand einmal stirbt,

kann er nicht zurückgebracht werden.

Wenn selbst ich die Regeln breche,

werden die Menschen sie für immer brechen!‘


Doch ich widersprach—

O mein Herr!

Hast du entschieden, es nicht zu tun?

Du weißt doch, ich gebe nicht auf!


Wenn du den Sohn nicht zurückbringst,

werde ich die Definition eines Tages enthüllen!


Gott fragte: Welche Definition?


Ich sagte lächelnd und weinend zugleich—

Ich schwöre bei der Erde,

bei Adam, dem ersten Menschen,

bei Gawsul Azam—

du hast im Koran gesagt,

dass eines Tages alle Menschen auferstehen werden

und zum Gericht laufen—


Wie wirst du das möglich machen,

wenn du heute die Regeln nicht brichst?


Gott blieb still…

dann lächelte Er und sagte:

‚Beende deine Meditation und schau ins Meer.‘


Ich sah—

ein Boot näherte sich dem Ufer,

mit allen Lebenden, auch dem Sohn der alten Frau!


Die Alte lachte—

selbst die Engel des höchsten Thrones wurden glücklich.


Das Lächeln, das ich an diesem Tag sah—

dafür hätte ich alle Freuden der Welt verkauft.


Mögen Vögel auf Zweigen sitzen,

Möwen den Honig der Blumen trinken,

mögen alle Toten leben—

und das Leben selbst

ein Siegel gegen den Tod werden.“


Nach Rumis Worten sprang ich weiter

in den dritten Himmel—

dort sah ich Rumi mit einer Rohrfeder

sagen: „Ich werde schreiben!“


Die Engel zitterten vor Angst.


Als er mich sah,

trat er mich und sagte:

„Ein Dichter ist kein Dichter, Bruder!“


Und ich fiel zurück auf die Erde.


Was für ein frecher Dichter—Rumi!


06/07/18

Kommentare

Beliebte Posts